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05.04.2010 | Grillsaison - Tipps zur Prävention von Brandverletzungen

Bad Klosterlausnitz. Es ist wieder Grillsaison! Familien und Freunde treffen sich in Gärten oder öffentlichen Grünanlagen zum gemeinsamen Klönabend und wollen die gemütliche Atmosphäre am Grillfeuer genießen. Diese Idylle kann nur zu schnell zerstört werden. In den letzten Jahren haben private Verbrennungsunfälle deutlich zugenommen. 

Insgesamt gibt es pro Jahr rund 18 000 Brandverletzte in Deutschland. Rund 80% dieser Verbrennungsunfälle passieren in der Freizeit. Besonders weit oben auf der Unfall-Liste stehen dabei Grillabende mit Holzkohlegrill und Brennspiritus. Dabei sind in den seltensten Fällen die "Grillmeister" selbst betroffen, sondern viel häufiger trifft es Umstehende, die dann ein Leben lang meist mit Verletzungen des Gesichts, von Augen, Mund, Nase, Hals, Brust und Händen weiterleben müssen. Dr. Hans Ziegenthaler, Leiter des Reha-Zentrums für Brandverletzte der Moritz-Klinik Bad Klosterlausnitz, möchte vor solchen Unfällen warnen. 

Er hat sich seit Jahren zusammen mit seinem interdisziplinären Team auf die Rehabilitation Brandverletzter spezialisiert und kennt die schlimmen Auswirkungen, die solche Verletzungen auf Körper und Seele aller Beteiligten haben: "Ein Brandunfall verändert das Leben von einer Sekunde zur anderen. Über das äußere Erscheinungsbild, also auch über die intakte Haut, definieren sich im Kontakt zu anderen Menschen unser ästhetischer Gesamteindruck und unser Selbstwertgefühl. Beides ist bei Brandverletzten häufig gestört. Den Betroffenen fällt es schwer sich selbst noch anzunehmen, Beziehungen sind extrem belastet, Lebensplanungen werden in Frage gestellt." 

Der Reha-Spezialist der Moritz-Klinik gibt deshalb regelmäßig Tipps, wie Brandunfälle verhindert werden können: "Benutzen Sie nur Grillgeräte mit dem GS Sicherheitszeichen. Beim Grillen mit dem Holzkohlegrill sollten nur Grillanzünder mit DIN-Norm 66358 verwendet werden. Benutzen Sie zum Entfachen der Glut einen Blasebalg oder Fächer. Achten Sie auf den Funkenflug und besonders darauf, dass Kinder nicht in der Nähe des Grills spielen. Überprüfen Sie bei Gas- oder Elektrogrills vor jedem Gebrauch die Gasschläuche und Anschlüsse." Wenn jemand einen Brandunfall beobachtet, so ist das richtige Handeln wichtig. 

Dr. Ziegenthaler, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV), rät: "Wer eine Brandverletzung beobachtet, muss schnell und beherzt handeln. Sie sollten sich nicht scheuen, auch großflächige Verbrennungen sofort, aber nicht länger als 15 Minuten mit Wasser zu kühlen; notfalls mit einem Gartenschlauch. Beachten Sie: bei Grillunfällen mit Brennspiritus können auch die Beine betroffen sein, ohne dass dies zunächst auffällt, weil Jeansstoff nicht brennt, aber die Haut der Beine unter der Jeans trotzdem brennen kann. Das Ausmaß der Verbrennung wird anfangs oft unterschätzt, rasche und spezialisierte Versorgung minimiert Verletzungsfolgen." 

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.brandverletzte-leben.de oder auch www.cicatrix.de.