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Für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro gewinnt die Volkswirtschaft nach einer aktuellen Studie der Schweizer Prognos AG fünf Euro zurück. Der Netto-Nutzen könnte sich bis 2025 auf 23 Milliarden Euro vervierfachen. Auftraggeber der Studie, die am 12. September aus Anlass des 6. Deutschen Reha-Tages vorgestellt wurde, sind die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (Degemed), der Verband der Privatkliniken NRW e.V. und der Verband der Privatkliniken in Thüringen e.V. Eine Kurzfassung der Studie sowie die Langversion stehen Ihnen in der Anlage zur Verfügung.

Beeindruckender Spar-Effekt
Nach den Ergebnissen der Studie "Die medizinische Rehabilitation Erwerbstätiger – Sicherung von Produktivität und Wachstum" der Basler Prognos AG wird die medizinische Rehabilitation angesichts des demografischen Wandels, steigender Lebensarbeitszeit und zunehmender chronischer Erkrankungen künftig für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland stark an Bedeutung gewinnen. Sie spare der Volkswirtschaft schon jetzt Milliarden an Renten-, Arbeitslosen- und Krankengeldzahlungen, sichere Arbeitsplätze, erhalte den Betrieben wertvolles Know-how, dringend benötigte Fachkräfte und vermindere deren krankheitsbedingte Fehlzeiten. Mit der Untersuchung sei es erstmals gelungen, den volkswirtschaftlichen Beitrag der medizinischen Rehabilitation genauer zu beziffern. Anhand fünf ausgewählter Reha-Indikationen der Deutschen Rentenversicherung, die im Jahr 2005 rund 45 Prozent aller medizinischen Reha-Maßnahmen (365.000 Rehabilitanden) umfassten, berechneten die Prognos-Experten den Spar-Effekt. Danach ergaben gewonnene Berufstätigkeitsjahre und reduzierte Arbeitsunfähigkeitstage im Untersuchungsjahr einen Netto-Effekt von 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts oder 5,8 Milliarden Euro. Dem standen nur rund 1,1 Milliarden Euro an Ausgaben für die medizinische Rehabilitation gegenüber. Für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro gewinnt die Gesellschaft damit schon heute fünf Euro zurück.

Vervierfachung bei verstärkter Inanspruchnahme realistisch
In einem von den Forschern realistisch angelegten Szenario könnte sich der volkswirtschaftliche Nettonutzen der medizinischen Rehabilitation bis zum Jahr 2025 sogar auf 23,1 Milliarden Euro vervierfachen. Voraussetzung dafür ist allerdings, so die Studie, dass rehabilitationsbedürftige Versicherte die Leistungen der medizinischen Rehabilitation rechtzeitig nutzen können. Die Forscher fordern deshalb, verstärkt aktivere Möglichkeiten zu erproben, um Versicherte frühzeitig zu einer Antragstellung zu bewegen und den Zugang zu Leistungen zu verbessern. Gleichzeitig seien intensivere Forschungen erforderlich, um die verbesserte Wirksamkeit der medizinischen Rehabilitation zu belegen.

Auftraggeber sehen sich bestätigt

Die Auftraggeber der Studie sehen ihre Arbeit durch die vorgelegten Ergebnisse bestätigt. "Die Prognos-Studie zeigt: Wenn die sehr guten Erfahrungen der medizinischen Rehabilitation flächendeckend genutzt werden, kann das Potenzial, das in der Wiederherstellung der Teilhabe am Leben von Patientinnen und Patienten steckt, noch besser ausgeschöpft werden", so Ellio Schneider, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Degemed. "Wir brauchen dazu verlässliche finanzielle und ordnungspolitische Rahmenbedingungen und eine starke inhaltliche, fachliche und konzeptionelle Vernetzung aller beteiligten Akteure." Für die Verbände der Privatkliniken in Nordrhein-Westfalen und Thüringen stellte der Vorsitzende des BDPK-Mitgliederrates, Dietgrim Reene, die Leistungen der Kliniken und Einrichtungen in den Mittelpunkt: "Für die Beschäftigten in den Kliniken sind die Ergebnisse der Prognos-Studie eine wichtige Bestätigung ihrer Arbeit. Wir verursachen nicht lediglich Kosten, sondern tragen mit unserer Arbeit zum Wohlstand der Gesellschaft bei. Rehabilitation ist eine volkswirtschaftlich sinnvolle Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und wird immer mehr auch zu einer ökonomischen Notwendigkeit. Die Gesellschaft sollte also nicht an, sondern sie muss mit der Rehabilitation sparen."