Leben mit Amputation

Tag der Amputierten

Am 21.04.2026 erstmals in Deutschland

Tag der Amputierten

 Tag der Amputierten 2026
zum ersten Mal in Deutschland

Ins Leben gerufen wurde der Tag vom Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputationen e.V. (BMAB).
In den USA gibt es bereits seit 2010 den „Limb Loss and Limb Difference Awareness Month“,
der das Leben mit Amputationen in den Fokus rücken und für Bewusstsein sorgen sollen.

In der Moritz Klinik Bad Klosterlausnitz behandelt Dr. Hans Ziegenthaler seit drei Jahrzehnten
amputierte Patienten und unterstützt sie mit seinem Team auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Ursachen für Amputationen

Anders als häufig angenommen stehen Unfälle nicht an erster Stelle der Ursachen für Amputationen. In den meisten Fällen führen Durchblutungsstörungen, also Gefäßerkrankungen dazu, dass Extremitäten amputiert werden müssen. Häufig steht auch Diabetes damit in Zusammenhang, wobei Diabetes für sich ebenfalls ursächlich für Amputationen sein kann: Eine schlechte Durchblutung führt dazu, dass Gewebe zu wenig Sauerstoff bekommt. Es entstehen Infektionen oder – im schlimmsten Fall – es  stirbt Gewebe ab. Dann ist eine Amputation unumgänglich.

Bei jüngeren Betroffenen sind Unfälle häufige Ursache für notwendige Amputationen. Weiterhin machen schwere bakterielle Infektionen oder Tumorerkrankungen, vor allem an Knochen oder Weichteilen, Amputationen notwendig.

Ursachen für Amputationen

Die Rehabilitation leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, Lebensqualität,
Selbstständigkeit und letztlich auch Teilhabe am Alltag nach einer Amputation zu ermöglichen.

Die Rolle der Rehabilitation

Die Rolle der Rehabilitation

Die Rehabilitation spielt für Amputierte eine zentrale Rolle auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Optimal ist es, wenn Patienten nach dem Eingriff nahtlos eine Reha beginnen können. Das ist besonders wichtig, um bei der psychischen Verarbeitung der Amputation professionelle Begleitung an der Seite zu haben und die Wundversorgung sicherzustellen.

Doch auch für die Wiederherstellung der körperlichen Funktionen, die Mobilität und den Umgang mit der Prothese ist ein professionelles Umfeld wichtig. Kraft, Gleichgewicht und Koordination müssen trainiert werden.

Am Prozess der Rehabilitation beteiligt sind

  • Ärzte
  • Psychologen
  • Physiotherapeuten
  • Ergotherapeuten
  • Pflegekräfte
  • Orthopädietechniker: Jede Prothese ist  maßgeschneidert und muss auf den jeweiligen Träger angepasst werden.
  • Der Patient selbst: Er hat den wichtigsten Part bei der Bewältigung dieser Mammut-Aufgabe: Er muss die neue Situation akzeptieren und zurück ins Leben wollen, gute und schlechte Phasen durchstehen und aktiv am Reha-Prozess mitwirken.
  • Eine wertvolle Unterstützung dabei auch Angehörige, wenn sie die Situation mittragen und den Betroffenen durch Rückhalt stärken.

Unsichtbare Schicksale

Amputationen sind häufig nicht auf den ersten Blick sichtbar. Bei Betroffenen,
die gut mit ihrer Prothese zurecht kommen, sind kaum Unterschiede in den Bewegungsabläufen zu erkennen.

Rollstühle und Hilfsmittel sollten nicht für betroffene Blicke sorgen, sondern Bewusstsein schaffen.

 

Dr. Hans Ziegenthaler und sein Team begleiten den Kampf zurück ins Leben

Dr. Hans Ziegenthaler und sein Team begleiten den Kampf zurück ins Leben

Dr. Hans Ziegenthaler, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, beschäftigt sich seit über drei Jahrzehnten mit der Rehabilitation von Menschen mit Amputationen. Seinen Erfahrungsschatz teilt er nicht nur mit den Reha-Team in Gehschule und Sporttherapie in der Moritz Klinik, sondern auch als Experte im Beirat des Bundesverbandes für Menschen mit Arm- oder Beinamputationen e.V. (BMAB).

Mit seinem Team leistet Dr. Ziegenthaler wertvolle Arbeit für die Betroffenen, die sich häufig mühsam zurück ins Leben kämpfen. „Es ist ein weiter Weg, sich mit dem neuen Körperteil und dem damit verbundenen veränderten Leben abzufinden. Da ist professionelle Begleitung ein wichtiger Aspekt.“ 

Im Mai findet die Weltausstellung der Orthopädietechnik in Leipzig statt. Dort wird das Kompendium zum Qualitätsstandard im Bereich Prothetik der unteren Extremitäten in seiner vollständig neu überarbeiteten Fassung, an der auch Dr. Ziegenthaler als Experte das Kapitel Stumpfversorgungen nach Thermischen Trauma verantwortet.

Michael aus Jena kämpft sich zurück in die Bewegung - Das Team in der Moritz Klinik unterstützt ihn bei den wichtigen Schritten

Ihr Ansprechpartner in der Moritz Klinik

Dr. med. Hans Ziegenthaler

Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie
Dr. med. Hans Ziegenthaler
Zahlen, Daten, Fakten und die Technik dahinter

Zahlen, Daten, Fakten und die Technik dahinter

In Deutschland werden jährlich ca. 60.000 Amputationen durchgeführt, allerdings gibt es keine vollumfängliche Statistik, die alle Betroffenen erfasst. Es wird davon ausgegangen, dass in bundesweit rund 300.000 bis 500.000 Menschen mit einer Amputation leben.
Darunter fallen auch Menschen, die Zehen oder Finger verloren haben, die Ursachen werden dabei nicht differenziert.

 

Orthopädietechnik ist wichtiger Baustein

Die Orthopädietechnik leistet einen entscheidenden Beitrag zur Rehabilitation. Prothesen werden maßgefertigt und müssen im Verlauf des Tragens mehrmals angepasst werden, da sich der Körper verändert.

Eine Prothese für den Unterschenkel kostet zwischen 8.000 und 50.000 Euro.

Nach einer gewissen Tragedauer müssen die meisten Prothesen erneuert werden. Im Anschluss ist wieder ein Aufenthalt in einer Klinik notwendig, um den Umgang mit der neuen Prothese zu lernen und Sicherheit im Umgang damit zu erlangen.

Orthopädietechnik ist wichtiger Baustein
Prothesentechnik sorgt für ein Leben mit Perspektive

Prothesentechnik sorgt für ein Leben mit Perspektive

Die Prothesen-Technik entwickelt sich inzwischen sehr schnell weiter, so dass ein Leben mit Amputation mittlerweile ein Leben mit Perspektive ist. Betroffene können immer häufiger selbstbestimmt leben.

In der Moritz Klinik sind Orthopädietechniker vor Ort und passen gemeinsam mit den Patienten die Prothesen an und begleiten den Prozess der Anpassung und Gewöhnung bis zum optimalen Ergebnis.

Klicken Sie hier, um zu erfahren, wie eine Prothese funktioniert.

Schickale, die das Leben schrieb:
Drei Betroffene schildern ihren Weg nach Amputation

 

Schicksale: Miriam

Dass ein Leben ohne eigene Arme und Beine möglich ist, zeigt der tragische Fall von Miriam. Im Alter von 48 Jahren hat sie alle Gliedmaßen verloren – um ihr Leben zu retten. Auslöser war eine Bagatellverletzung. Die Entscheidung, die Gliedmaßen zu opfern, um die lebenswichtigen Organe zu erhalten, trug die zweifache Mutter ihren Kindern zuliebe mit. Nach etlichen Hochs und Tiefs, vielen Unsicherheiten und einem schwierigen Jahr ist sie so weit, dass sie ins Berufsleben zurückkehren kann.

Die Geschichte von Miriam lesen Sie hier

 

 

Schickale: Martin

Durch ein tragisches Unglück bei einem Freizeitausflug hat Martin seinen rechten Unterarm verloren. Der 44-Jährige erlitt eine Starkstromverletzung, als er versuchte, eine Angelschnur aus der Stromleitung zu entfernen.

Die Geschichte von Martin lesen Sie hier

„Die Geschichten sind oft außergewöhnlich, weil sie so tragisch sind.
Ich empfinde es als Wertschätzung, ein Teil davon sein zu dürfen.“

 Dr. Hans Ziegenthaler

Schicksale: Jens

Eine Bagatellverletzung im Ellenbogen führte dazu, dass Jens beide Beine verlor. Mit eisernem Willen kämpfte sich der 62-Jährige zurück in sein Leben.

Die Geschichte von Jens lesen Sie hier

„Aufgeben ist keine Option“
Bewegende Reportagen mit beeindruckenden Bildern

Daniela Bertuzzi hat für die Bachelorarbeit ihres Journalismus-Studiums Menschen begleitetet, die von einer Amputation oder Behinderung betroffen sind. Anlass war ein Unfall im Freundeskreis, bei dem ein junger Mann durch einen Unfall beide Beine verlor. Die entstandenen Reportagen enthalten beeindruckende Filmsequenzen und Bilder. Zu Wort kommt auch Dr. Hans Ziegenthaler aus der Moritz Klinik und spricht über die Rolle der Reha in dem langen Prozess von der Amputation bis zurück in ein normales Leben.

 

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