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01.02.2019 | Rehabilitation Brandverletzter mit (trotz) multiresistenter Keimbesiedlung

„Es ist medizinische Notwendigkeit, sozialrechtliches Erfordernis und zugleich ethische Verpflichtung,“ so Dr. Hans Ziegenthaler, Chefarzt des Reha-Zentrums für Brandverletzte an der Moritz Klinik Bad Klosterlausnitz, „Brandverletzten nach der Akutversorgung in einem BVZ eine spezialisierte Rehabilitation zu ermöglichen, auch wenn eine multiresistente Keimbesiedlung vorliegt!“
In einer retrospektiven Analyse von 2.135 Datensätzen aus den Jahren zwischen 2004 und 2017 wurden 320 Brandverletzte (14,9%) identifiziert, die trotz Besiedlung mit mindestens einem multiresistenten Keim und unter Berücksichtigung hygienespezifischer Vorgaben rehabilitiert wurden.
„Um ein zufriedenstellendes Rehabilitationsergebnis trotz der Isolationsbedingungen zu erreichen“, berichtet der erfahrene Reha-Mediziner und Wissenschaftliche Beirat der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, „bedarf es einem Mehraufwand an Therapieplanung, Wege- und Rüstzeiten sowie Materialkosten. Dies darf unter ökonomischen Aspekten nicht länger ignoriert werden.“ In der Summation ergebe sich ein zeitlicher Aufwand von ca. 12 Therapieeinheiten à 30 Minuten. Hinzu kommen Kosten für Schutzbekleidung und dekolonisierende Waschlösungen von rund 65 Euro sowie zusätzliche Kosten für mikrobiologische Untersuchungen, die sich pro Fall auf 600 bis 800 Euro belaufen.

Prof. Dr. med. U. Kneser, Chefarzt der BG-Unfallklinik Ludwigshafen mit Brandverletztenzentrum und Vizepräsident der DGV e.V. stellt fest: „Das Angebot an indikationsspezifisch spezialisierten stationären Behandlungsplätzen für Brandverletzte mit multiresistenter Keimbesiedlung ist zu gering. Der wesentliche Grund hierfür liegt in der unzureichenden Finanzierung des aufgezeigten zeitlichen und finanziellen Mehrbedarfs. Mittelfristig muss sich dieser in additiven Vergütungsmodellen widerspiegeln. Die vorliegende Untersuchung gehört zu den wichtigsten Beiträgen dieses Kongresses und ist Grundlage für eine weiterführende Diskussion zu diesem Thema“

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